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 „Wie glaubwürdig ist Politik“ – über verlorenes Vertrauen und neue Chancen

Dieser Tage traf sich auf Einladung des Senat der Wirtschaft in Österreich, gemeinsam mit dem Ifm - Institut für Management GmbH - eine hochkarätige Diskussionsrunde in Salzburg um die Lage der Politik in Österreich zu erörtern.

Anlass zur Diskussion gab der Autor Dr. Matthias Strolz mit seinem Buch: „Warum wir Politikern nicht trauen….und was sie tun müss(t)en, damit sich das ändert“. Strolz zeichnete in der Vorstellung seines Buches ein dramatisches Bild der Politik-Verdrossenheit der Österreicher. „Die Welt ist vuka - volatil, unsicher, komplex und ambivalent“, meinte der Autor, deshalb seien die Anforderungen an Politiker derzeit auch besonders groß. „Politiker zu sein, ist eine der schwersten Aufgaben“, ist sich der Autor nach seiner langjährigen Erfahrung als Politikberater sicher.  Es müsse sich grundlegend etwas ändern, Inhalte seien gefragt, nicht nur die Marketing-orientierte Präsentation in den Medien. Man müsse an der Struktur arbeiten und wieder mehr Visionen haben.

Es diskutierten:

Honorargeneralkonsul Dieter Härthe, Vorstandsvorsitzender Senat der Wirtschaft
Dr. Martin Panosch, Bürgermeister-Stellvertreter Salzburg
Dr. Wolfgang Reiger, Geschäftsführer IfM - Institut für Management
Mag. Gerlinde Rogatsch, ÖVP-Clubobfrau im Salzburger Landtag
Dr. Matthias Strolz, Geschäftsführer promitto organisations- und politikberatung gmbh

Moderation: Mag. Karin Zauner, Salzburger Nachrichten

 

 

Die Vorsitzende der ÖVP im Salzburger Landtag Mag. Gerlinde Rogatsch stellte fest, das jeweilige Expertenwissen könne in den meisten Fällen von der Bevölkerung nicht nachvollzogen werden, schon gar nicht in der immer komplexer werdenden vernetzten Gesellschaft. Dadurch entstünde Misstrauen. „Bürger können mit der Sprache der Politiker oft nichts mehr anfangen, damit kommen politische Rhetorik und politisches Vertrauen in eine Abwärtsspirale“ zeigte sich Rogatsch besorgt. Sie plädierte für eine verantwortungsvolle, an der Sache orientierte Politik, die geprägt sei von Leitvorstellungen und Prinzipientreue.

„Ich habe vier Kinder, ich kann nur am Boden bleiben“ entgegnete der stellvertretende Bürgermeister Salzburgs, Dr. Martin Panosch auf die Frage der Moderatorin Mag. Karin Zauner (Salzburger Nachrichten), ob Politiker den Kontakt zur Bevölkerung verlieren und dadurch zu abgehoben agieren würden. Laut Panosch hätten die Volksvertreter eine gewisse Isolierschicht und die Politik hinke der rasanten dynamischen Individualisierung der Gesellschafft hinterher. Die Geschwindigkeit der Veränderungen sei ein Problem, man könne darauf nicht adäquat reagieren. Er sprach sich für mehr Fairness im politischen Diskurs aus. „Keine andere Berufsgruppe besudelt sich selbst“, zeigte Panosch sich enttäuscht.

Der Vorstandsvorsitzende des Senat der Wirtschaft, Honorargeneralkonsul Dieter Härthe erläuterte die Unterschiede der politischen Struktur in Deutschland und Österreich. In Deutschland würden Politiker mehr den Bürgern dienen als der Partei. Es gäbe drängende Probleme, die mit Weitblick und Kompetenz behandelt werden müssten. „Der Klimawandel, die geringer werdenden Rohstoffe und Ressourcen, die sozialen Probleme zwischen arm und reich. Dies alles verlangt zukunftsweisende Konzepte und ein verantwortungsvolles Handeln gegenüber kommenden Generationen“, betonte Härthe. Der Senat der Wirtschaft unterstütze aus diesem Grund die Politik mit praxisorientiertem Sachverstand von Unternehmern und Führungskräften aus der Wirtschaft.

„Wo kann man Politik lernen?“ fragte der Geschäftsführer des Institut für Management, „in einem Bildungsinstitut habe ich noch nie einen Politiker angetroffen“. Er forderte mehr Ehrlichkeit der Politiker und das Ende von Versprechungen, die niemals eingehalten würden.

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